wake up! Offensiv gegen rechte Gedanken und Strukturen

Antifa-Demonstration | Sa, 25. Sept 2010 | 15 Uhr | Potsdam-Hauptbahnhof

Fünf Jahre sind seit dem „summer of hate“, wie er einst von Potsdamer Neonazis ausgerufen wurde, vergangen. Fünf Jahre in denen sich bis heute eine „neue“ Generation von Neonazis in der Landeshauptstadt zusammenfinden, organisieren und etablieren konnte.

Die Serie von rechtsradikalen Gewalttaten und Propagandadelikten im Sommer 2005, nahm ihren traurigen Höhepunkt in der Nacht zum 3. Juli im sogenannten „Tram-Überfall“. Damals griff eine ca. 20-köpfige Neonazigruppe zwei Student_innen aus einer Straßenbahn heraus an und verletzte diese lebensgefährlich. Dies führte zur Verurteilung und Inhaftierung führender Potsdamer Neonazis und somit zur zeitweisen Schwächung der lokalen Neonaziszene. Die hierdurch entstandene Lücke wussten jedoch die „Freie Kräfte Potsdam“, eine noch im selben Jahr gegründete rechtsradikale Gruppierung, zu füllen. Diese formten von da an die mehr oder weniger organisierte rechte Struktur in Potsdam.

Den ganzen Aufruf [hier].

Kein Kiez für Nazis

Antifaschistische Demonstration am 28. August in Weißensee

[NEA] Seit Mai häufen sich in Weißensee rechte Sprühereien, Pöbeleien und Übergriffe. Viele der Provokationen richten sich auch maßgeblich gegen den Jugendclub Bunte Kuh e.V. und das Kultur- und Bildungszentrum (KUBIZ) in Weißensee. Aus diesem Anlass veranstalten verschiedene Initiativen am 28. August eine Kundgebung gegen die Neonazipräsenz der letzten Monate.

Der Sommer könnte so schön sein…

Endlich geschafft, es ist Sommer. Die Zeit der Kälte ist lange überstanden und winterliche Tristesse ist dem geschäftigen Treiben im Park und im Strandbad gewichen. Leider treibt der Sommer nicht nur einen selber an die frische Luft sondern auch Menschen mit denen mensch sich eher ungern umgibt. Die Rede ist von Neonazis!

Die Keltenkreuz- und Wehrmacht-Tattoos, die noch im Herbst und Winter unter der Winterkleidung versteckt blieben, sind nun für jede_n sichtbar. „Modisch“ ergänzt wird das Ganze durch aktuelle Sommerkollektionen rechter Kleidermarken, die selbstherrlich zur Schau getragen werden. Die Fahrt mit der M4 oder das Badengehen am Weißen See machen einem dieser Tage einmal mehr deutlich, wie weit rechte Einstellungen in der Bevölkerung verbreitet sind.

Gerade in den Abendstunden belagern größere Gruppen rechter Jugendlicher die Badestelle am Weißen See und hören laut Neonazi-Musik. Auch der Kaisers-Markt am Antonplatz ist seit Mai regelmäßiger Treffpunkt einer rechten Clique, die grölt, säuft und Passant_innen anpöbelt.

Es scheint fast schon ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Sommerbeginn auch das Ende des Winterschlafes für das aktionsorientierte Neonazispektrum bedeutet. So kam es in Weißensee seit März im Komponistenviertel regelmäßig zu rechten Aufkleberaktionen und Sprühereien, die die Ermordung von Linken fordern, den „Nationalen Widerstand“ propagieren oder sich positiv auf den Nationalsozialismus beziehen (Hakenkreuze und SS-Runen).

Provokationen gegen das Haus der Jugend Bunte Kuh e.V. und das KuBiz

So gut wie alle Schmierereien lassen sich auf die Kameradschaft der „Freien Nationalisten Berlin Mitte“ (FN-Mitte) zurückführen, deren Mitglied Christian S. in der Bizetstraße ansässig ist. Auch dessen Wohnung hat sich unter Duldung seiner Eltern mittlerweile zu einem regelmäßigen Treffpunkt für die Saufgelage mit befreundeten Kameraden entwickelt.

Während sich die Neonazigruppe und ihr Anhang mit dem Schmieren im Komponistenviertel „lediglich“ im Propagieren ihrer Inhalte übt(e), so ging es ihnen bei ihren „Ausflügen“ zum Kultur und Bildungszentrum (KuBiz) und zur Bunten Kuh vor allem darum, Menschen direkt einzuschüchtern und gegebenenfalls zu verletzen.

Nach dem gescheiterten Aufmarsch der Neonazis am 1.Mai besprühten die FN-Mitte am 4. Mai das KuBiz in der Bernkasteler Straße mit Hakenkreuzen und Losungen wie „NS Jetzt!“. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli stoppte die Polizei acht Aktivisten der FN-Mitte, die sich erneut auf dem Weg zum Gebäudekomplex befanden. Laut Aussage der Beamten führte die Gruppe neben Propaganda-Material auch Teleskopschlagstöcke, Messer sowie Pfefferspray mit sich. Nur eine Woche später ereignete sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli eine ähnliche Situation. Eine dreiköpfige Gruppe Neonazis ging mit Schlagring und Holzlatten bewaffnet auf das Gelände des Jugendclubs Bunte Kuh, der sich ebenfalls auf dem Gelände des KuBiz befindet, mit dem offensichtlichen Ziel, Nutzer_innen der Bunten Kuh anzugreifen. Einem Besucher des Hauses gelang es die drei zu stellen und zu vertreiben.

Kundgebung: 28. Aug. 2010 | Weißensee | 14 Uhr | Mahlerstr./Bizetstr.

Anschließend: Demo durch den Kiez (Anfahrt: Tram M4, M13,12 bis Antonplatz)

Mehr Infos unter: www.nea.antifa.de

Bedrohungen gegen Bunte Kuh und KUBIZ in Weißensee.

[North East Antifascists] Seit Mai kommt es immer wieder zu Provokation von Neonazis gegen die Jugendeinrichtung Bunte Kuh und das Kultur und Bildungszentrum KUBIZ im Nordostberliner Stadtteil Weißensee. Maßgeblich kann dafür die Kameradschaft „Freie Nationalisten Berlin Mitte“ verantwortlich gemacht werden. Die FN-Mitte sind mit verantwortlich für eine ganze Reihe von Angriffen auf alternative Projekte im gesamten Stadtgebiet. Als Reaktion outeten Antifaschist_innen im Juni Mitglieder der Gruppierung in Wedding und Kreuzberg. Im Juli wurde die Nachbarschaft des FN-Mitte-Mitgliedes Christian Schmidt mit Flugblättern über dessen Aktivitäten aufgeklärt. Er, wie auch weitere Neonazis der FN-Mitte waren an den Aktionen gegen das Kulturprojekt beteiligt. Es ist von weiteren Bedrohungen der FN-Mitte auszugehen.

Die Projekte benötigen jetzt eure Solidarität.
Haltet die Augen auf im Kiez nach rechten Aktivitäten, besucht das KUBIZ und die Kuh um Präsenz zu zeigen.

Texte zu den Provokationen:
Neonazis setzen weiter auf Eskalation (PM der NEA, 17. Juli 2010)
Versuchter Angriff auf alternatives Kultur- und Wohnprojekt (PM der NEA, 13. Juli 2010)
Linke in Weißensee im Visier der Neonazis (TAZ, 15. Juli 2010)
Polizei verhinderte Neonazi-Angriff auf linkes Jugendzentrum (Tagesspiegel, 11. Juli 2010)
Angriff auf Kulturprojekt (ND, 15. Juli 2010)
Berlin-Weißensee: linkes Projekt beschmiert
(6. Mai 2010)

Websites:
North East Antifascists http://nea.antifa.de/
Naziterror stoppen! http://naziterror-stoppen.tk/
KUBIZ http://www.kubiz-wallenberg.de/
Bunte Kuh http://www.buntekuhverein.de/

Kameradschaft Märkisch Oder Barnim aufgelöst

Die Kameradschaft Märkisch Oder Barnim hat sich aufgelöst
Redebeitrag der Antifaschistischen Aktion Bernau bei der Antifaschistischen Streetparade am 10. Juli 2010 in Bernau.

Es kam schneller als gedacht, und besser als erhofft – die KMOB hat nach einer Reihe von erfolglosen Demonstrationen bzw. Demonstrationsversuchen das Handtuch geworfen.

Der 29. Mai wird vielen Bernauerinnen und Bernauern, aber auch viele Menschen aus Brandenburg und Berlin noch lange in Erinnerung bleiben. Die kleine Stadt Bernau hat es mit Hilfe der Arbeit des Bündnis Brandenburg Nazifrei geschafft den ersten Aufmarsch der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim zu verhindern. Viele engagierte Menschen haben gezeigt, dass entschlossener und solidarischer Widerstand in Form von Menschenblockaden und zivilen Ungehorsam auch in Brandenburger Provinzen funktionieren kann.

Die Freude über den Erfolg war groß. Wir haben es gemeinsam geschafft die Nazis an diesem Tag zu stoppen. Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben oder uns in andere Form unterstützt haben!

Die KMOB hingegen musste mit betreten Gesichtern nach Hause geschickt werden. Der Aufmarsch in Bernau sollte Auftakt einer Reihe von Demonstrationen sein, die die KMOB bis Juli in 6 weiteren Orten durchführen wollte. Die Reihe wurde für die KMOB zu einer Reihe von Misserfolgen. Auch in allen anderen Orten wurde den Nazis entschlossener Widerstand entgegengebracht, und fast überall wurden die Aufmärsche verhindert. Allein in ihrer Homezone Bad Freienwalde konnten sie ihre Demonstrationen durchführen Doch auch das war für sie eindeutig kein Erfolg, so waren selbst die engsten Kameraden und Weggefährten am selbigen Tag lieber auf dem Bernauer Hussitenfest, statt an dem Aufmarsch teilzunehmen. Es kriselte zunehmt in den eigenen Kreisen und auch innerhalb der rechten Szene musste die Kameradschaft harsche Kritik für ihren Aktionismus einstecken.

Der massive Protest seitens antifaschistischer Kräfte aus Brandenburg, die gute Recherchearbeit der lokalen Gruppen und der politische Druck den das Bündnis Brandenburg Nazifrei ausübte, machten auch die Sicherheitsorgane auf die Kameradschaft aufmerksam. Nach einer Vielzahl von Gewalttaten und Waffenfunden (so geschehen auch am 29.Mai) führten zu einer großangelegten Razzia bei Mitgliedern und Sympathisanten der KMOB. Aus Angst vor einem Verbot erklärte sich die Kameradschaft am darauf folgenden Tag für aufgelöst. Eine Strategie, die auch der Märkisch Heimatschutz 2006 verfolgte.

Die Kameradschaft Märkisch Oder Barnim war eine militante Naziorganisation, die 3 Jahre lang vor allem im Nordosten Brandenburgs aktiv war. Texte und Kommentare auf deren Internetseite, die Symboliken ihre Kleidung sowie die Waffen und Gegenstände, die bei den Hausdurchsuchungen gefunden wurden, macht es deutlich: Sie wollen bzw. wollten ein neues deutsches Reich, eine ethnisch homogene Volksgemeinschaft und ein diktatorisches Regime nach dem Vorbild des historischen Nationalsozialismus. Hakenkreuzfahnen, Stahlhelme, Runen, Bücher und Zeitschriften sowie eine große Zahl von Waffen wurden bei der Razzia festgestellt.

Unabhängig eines realen Verbots hatte sich die Kameradschaft in den vergangenen Wochen selbst ins Abseits katapultiert. Von ihrem 7 angekündigten Demonstrationen fand nur eine real statt. In Bernau, Eberswalde und Strausberg hatte das Bündnis Brandenburg Nazifrei die Naziaufmärsche durch Blockaden verhindert. In Joachimsthal und Biesenthal sagte die KMOB frühzeitig ab, offenbar völlig überfordert. Auch in der Kameradschaftsszene sinkt die Unterstützung nach und nach. Mangelnde Organisierungsfähigkeit, fehlende Inhalte und reiner Aktionismus hatten maßgeblich zum Scheitern ihrer Aktionen und der Kameradschaft selbst beigetragen.

Doch, eine Auflösung bedeutet nicht, dass die ehemaligen Mitglieder nicht weiterhin und in andere Form aktiv sind. KMOB – Chef Robert Gebhardt z.b. griff in dieser Woche erneut linke Jugendliche in Bad Freienwalde an.

Ob Verbot oder Auflösung, Nazis und Rassisten gibt es immernoch! Zeigen wir auch weiterhin wie wichtig antifaschistisches Engagement ist.
Wir wollen eine solidarische und befreite Gesellschaft, ohne Nazis und Rassisten!

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