Antifaschistische Demonstration am 28. August in Weißensee
[NEA] Seit Mai häufen sich in Weißensee rechte Sprühereien, Pöbeleien und Übergriffe. Viele der Provokationen richten sich auch maßgeblich gegen den Jugendclub Bunte Kuh e.V. und das Kultur- und Bildungszentrum (KUBIZ) in Weißensee. Aus diesem Anlass veranstalten verschiedene Initiativen am 28. August eine Kundgebung gegen die Neonazipräsenz der letzten Monate.
Der Sommer könnte so schön sein…
Endlich geschafft, es ist Sommer. Die Zeit der Kälte ist lange überstanden und winterliche Tristesse ist dem geschäftigen Treiben im Park und im Strandbad gewichen. Leider treibt der Sommer nicht nur einen selber an die frische Luft sondern auch Menschen mit denen mensch sich eher ungern umgibt. Die Rede ist von Neonazis!
Die Keltenkreuz- und Wehrmacht-Tattoos, die noch im Herbst und Winter unter der Winterkleidung versteckt blieben, sind nun für jede_n sichtbar. „Modisch“ ergänzt wird das Ganze durch aktuelle Sommerkollektionen rechter Kleidermarken, die selbstherrlich zur Schau getragen werden. Die Fahrt mit der M4 oder das Badengehen am Weißen See machen einem dieser Tage einmal mehr deutlich, wie weit rechte Einstellungen in der Bevölkerung verbreitet sind.
Gerade in den Abendstunden belagern größere Gruppen rechter Jugendlicher die Badestelle am Weißen See und hören laut Neonazi-Musik. Auch der Kaisers-Markt am Antonplatz ist seit Mai regelmäßiger Treffpunkt einer rechten Clique, die grölt, säuft und Passant_innen anpöbelt.
Es scheint fast schon ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Sommerbeginn auch das Ende des Winterschlafes für das aktionsorientierte Neonazispektrum bedeutet. So kam es in Weißensee seit März im Komponistenviertel regelmäßig zu rechten Aufkleberaktionen und Sprühereien, die die Ermordung von Linken fordern, den „Nationalen Widerstand“ propagieren oder sich positiv auf den Nationalsozialismus beziehen (Hakenkreuze und SS-Runen).
Provokationen gegen das Haus der Jugend Bunte Kuh e.V. und das KuBiz
So gut wie alle Schmierereien lassen sich auf die Kameradschaft der „Freien Nationalisten Berlin Mitte“ (FN-Mitte) zurückführen, deren Mitglied Christian S. in der Bizetstraße ansässig ist. Auch dessen Wohnung hat sich unter Duldung seiner Eltern mittlerweile zu einem regelmäßigen Treffpunkt für die Saufgelage mit befreundeten Kameraden entwickelt.
Während sich die Neonazigruppe und ihr Anhang mit dem Schmieren im Komponistenviertel „lediglich“ im Propagieren ihrer Inhalte übt(e), so ging es ihnen bei ihren „Ausflügen“ zum Kultur und Bildungszentrum (KuBiz) und zur Bunten Kuh vor allem darum, Menschen direkt einzuschüchtern und gegebenenfalls zu verletzen.
Nach dem gescheiterten Aufmarsch der Neonazis am 1.Mai besprühten die FN-Mitte am 4. Mai das KuBiz in der Bernkasteler Straße mit Hakenkreuzen und Losungen wie „NS Jetzt!“. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli stoppte die Polizei acht Aktivisten der FN-Mitte, die sich erneut auf dem Weg zum Gebäudekomplex befanden. Laut Aussage der Beamten führte die Gruppe neben Propaganda-Material auch Teleskopschlagstöcke, Messer sowie Pfefferspray mit sich. Nur eine Woche später ereignete sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli eine ähnliche Situation. Eine dreiköpfige Gruppe Neonazis ging mit Schlagring und Holzlatten bewaffnet auf das Gelände des Jugendclubs Bunte Kuh, der sich ebenfalls auf dem Gelände des KuBiz befindet, mit dem offensichtlichen Ziel, Nutzer_innen der Bunten Kuh anzugreifen. Einem Besucher des Hauses gelang es die drei zu stellen und zu vertreiben.
Kundgebung: 28. Aug. 2010 | Weißensee | 14 Uhr | Mahlerstr./Bizetstr.
Anschließend: Demo durch den Kiez (Anfahrt: Tram M4, M13,12 bis Antonplatz)
Mehr Infos unter: www.nea.antifa.de